Baubericht Schleicher Ka6 BR M 1:3

August 2015

Baubericht eines Segelflugzeugs „Youngtimer“ Schleicher Ka6 BR, Maßstab 1:3 / 5m Spannweite von Peter Gnewikow

 

  1. Anfertigen des Frässatzes

  2. Rumpfrohbau

  3. Leitwerksektion und Aufnahme

  4. Flächenrohbau

  5. Elektronische und mechanische Ausrüstung

  6. Rumpf laminieren

  7. Flächen bespannen

  8. Endmontage und Erstflug

 

Hier ein Bild vom Original aus dem Jahr 1966


 

 

Heute hat Karl Gnewikow, der das Original fast 20 Jahre lang von 1958 bis 1977 geflogen hat, das Modell in Augenschein genommen und war mit der Nachbildung, leider noch ohne Originaldesign, äußerst zufrieden. Ich hoffe ja, sie wird ihn demnächst mit den Flugeigenschaften ebenso begeistern

 

Wer kein Interesse an der Beschreibung des Flugzeugs und meiner Geschichte dazu hat, HIER direkt zur Baubeschreibung klicken!

 

Ka6 BR und meine Geschichte

Die Ka6 ist ein ganz aus Holz gebautes, einsitziges Hochleistungssegelflugzeug der fünfziger und sechziger Jahre. Gebaut wurde es in verschiedenen Ausführungen von 1956 bis 1970 bei Alexander Schleicher Flugzeugbau in Poppenhausen/ Rhön. Konstrukteur war der seinerzeit für Schleicher tätige und in diesem Metier bestens bekannte Rudolf Kaiser. Das Flugzeug bestach in seiner Zeit mit seinem eleganten Aussehen und seinen Flugleistungen. Viele Rekorde und Weltmeisterschaften konnten seine Piloten damit erringen. Ich möchte es mal so vergleichen, unter den Segelflugzeugen ist es der Jaguar-E !

Mein Vater hatte mit einigen Kameraden den Typ „BR“ in der Zeit von 1958 bis 1976. Viele hundert Stunden ist er in ganz Europa auf dieser Maschine geflogen. Dabei waren Streckenflüge über 300 km und Höhenflüge bis 7000 m.

In dieser Zeit war ich als Jugendlicher häufig mit auf dem Fluggelände in Langenselbold, wo die Maschine stationiert war. Selbst geflogen habe ich sie allerdings nie. Dabei half ich aber natürlich tatkräftig beim Auf bzw. Abbau und auch bei Start (Fläche halten). Die Handgriffe dazu und auch das Flugzeug selbst waren mir damit bestens vertraut. Auch bei notwendigen Werksattarbeiten, z.B. Flächen neu bespannen war ich dabei.

Vor 4 Jahren fand ich nun zum Modellflug. Über Helikopter kam ich zum Flächenfliegen. Im Frühjahr 2015 keimte in mir die die Vision, diese Ka6, die ich vor vierzig Jahren das letzte Mal gesehen hatte, wenigstens als Modell wieder am Himmel zu sehen mit der Möglichkeit sie auch dabei selbst zu steuern.

Meine Wahl fiel auf einen Maßstab von 1:3, also eine Spannweite von 5 m. Und da die Ka6 ja kpl. aus Holz gefertigt war, wollte ich das bei meinem Modell ebenso halten. Nun begab ich mich also auf die Suche nach einem passenden Bausatz oder Frässatz kpl. aus Holz. Musste aber bald feststellen, dass das Gewünschte entweder nur in Maßstab 1.2,5 oder in der etwas populäreren Ka6E möglich sein könnte. Immerhin konnte ich einen Bauplan der BR/ CR, allerdings im Maßstab 1:3,88 ergattern. Doch was nun? Erstens kleiner als gewünscht und alle Einzelteile aus Holz in Handarbeit nach Plan anfertigen erschien mir doch etwas zu aufwändig, zumal mir die notwendigen Gerätschaften und auch der Platz dazu fehlten. Und ich hatte bisher noch nie ein Modell dieser Größe nur nach Bauplan gebaut.

In der selben Zeit hatte ich Wilhelm Kapeller, der im Nachbarort lebt kennen gelernt. Ein Modellflieger und vor allem Modellbauer der „alten Schule“, dessen Leidenschaft nach wie vor für Modellbau in Holzbauweise ist. Ihm erzählte ich von meiner Vision und dem Stand der Dinge.

Spontan bot er mir an, wenn Du mir den Plan in 1:3 bringst, fertige ich Dir den Frässatz an. Den Bau kannst du dann gerne in meiner Werkstatt durchführen. Platz für uns beide ist ausreichend da auch die notwendigen Werkzeuge und Maschinen. Die benötigten Holzwerkstoffe, die ich ausreichend vorrätig habe, kannst du zu einem sicher günstigen Preis von mir erhalten. Und mit ein paar hilfreichen Tipps kann ich Dir als „Anfänger“ beim Bauen sicher auch helfen.

So ein Angebot! Ich wusste nicht wie mir geschah! Könnte die Vision tatsächlich wahr werden? Begeistert stimmte ich natürlich dem Angebot zu. Zumal ich inzwischen erfahren hatte, dass das programmieren eines Frässatzes eigentlich die umfangreichste Arbeit in der Anfertigung eines Frässatzes ist. Ich hatte bis dahin noch keine Vorstellung wie so etwas bewerkstelligt wird.

Mit dem umscalieren des Plans war dann auch kein Problem. Wilhelm empfahl mir, geh zum Lupp in die Harb. Die haben dort einen Copyshop, der auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Gesagt , getan. Am nächsten Tag war ich mit meinem 1:3,88 Plan auf einem Stick in dem Copyshop und nach ner halben Stunde mit den ausgedruckten 1:3 Plänen wieder draußen. Klasse!

Ja, und nun konnte es losgehen. Wilhelm sagte mir noch, dass das programmieren nicht in 8 Tagen zu machen ist. Nachdem ich erfahren hatte wie so etwas vor sich geht war mir das aber auch vollkommen klar. Aber bald schon, deutlich früher als ich erwartet hatte, kam von Wilhelm die Info, das Programmieren ist fertig, wir können mit der Fräsarbeit beginnen. Auch darauf war ich total gespannt, hatte ich doch bisher noch keine Ahnung wie so etwas funktioniert. Und bald konnte ich die ersten Rumpfgurte auf dem Baubrett fixieren.

Doch seht nun selbst  hier in den nach Bauteilen und Arbeitsschritten gegliederten Bildberichten